Werkzeug aus dem Kurs

Das Gefühlsrad

Von innen nach außen: vom Grundgefühl zum genauen Wort. Das Rad hilft, ein Gefühl präziser zu benennen, im Alltag und im Team-Check-in.

Freude Freude zufrieden erleichtert stolz gelassen optimistisch heiter beschwingt vergnügt begeistert dankbar verbunden glücklich Überraschung Überraschung neugierig erstaunt verwirrt fasziniert beeindruckt verblüfft gespannt verwundert sprachlos überwältigt entsetzt fassungslos Angst Angst besorgt verunsichert angespannt erschrocken verschreckt verängstigt panisch überfordert hilflos beklommen unruhig nervös Trauer Trauer bedrückt einsam enttäuscht verzweifelt hoffnungslos niedergeschlagen resigniert mutlos verletzt verloren vermissend melancholisch Ekel Ekel ablehnend angewidert verächtlich abwertend abschätzig missbilligend abgestoßen widerwillig unwillig überdrüssig lustlos gelangweilt Wut Wut sauer genervt frustriert zornig aggressiv grimmig empört gekränkt verbittert ungeduldig gereizt irritiert Wie fühle ich mich gerade?

Die sechs Grundgefühle

Jedes Grundgefühl hat drei Stufen: das Grundgefühl in der Mitte, drei nahe Wörter in der Mitte des Rads und neun genauere Wörter außen.

Freude

Freude zeigt, dass etwas gut läuft oder gut tut. Sie entsteht oft, wenn etwas Wichtiges erfüllt ist: Nähe, Erfolg, Leichtigkeit, ein gelungenes Gespräch. Wer sie genau benennt, findet solche Momente leichter wieder.

Oft geht es um: Verbindung, Anerkennung, Sinn, Leichtigkeit

  • zufrieden
  • erleichtert
  • stolz
  • gelassen
  • optimistisch
  • heiter
  • beschwingt
  • vergnügt
  • begeistert
  • dankbar
  • verbunden
  • glücklich

Überraschung

Überraschung ist ein kurzer Moment, in dem etwas nicht zur Erwartung passt. Danach kann sie in beide Richtungen kippen: in Neugier und Staunen oder in Verwirrung und Schock. Das Gefühl, das folgt, sagt mehr als die Überraschung selbst.

Oft geht es um: Orientierung, Klarheit, Neues erleben

  • neugierig
  • erstaunt
  • verwirrt
  • fasziniert
  • beeindruckt
  • verblüfft
  • gespannt
  • verwundert
  • sprachlos
  • überwältigt
  • entsetzt
  • fassungslos

Angst

Angst meldet, dass etwas unsicher oder bedrohlich wirkt. Der Körper macht sich bereit, aufmerksam zu sein. Das genauere Wort (besorgt, überfordert, hilflos) zeigt, was gerade gebraucht wird.

Oft geht es um: Sicherheit, Orientierung, Unterstützung, Halt

  • besorgt
  • verunsichert
  • angespannt
  • erschrocken
  • verschreckt
  • verängstigt
  • panisch
  • überfordert
  • hilflos
  • beklommen
  • unruhig
  • nervös

Trauer

Trauer zeigt einen Verlust, eine Enttäuschung oder etwas, das fehlt. Sie verlangsamt und lenkt die Aufmerksamkeit nach innen. Oft braucht sie Zeit, Nähe oder einen Ausdruck, bevor sie sich verändert.

Oft geht es um: Trost, Nähe, Zeit, gesehen werden

  • bedrückt
  • einsam
  • enttäuscht
  • verzweifelt
  • hoffnungslos
  • niedergeschlagen
  • resigniert
  • mutlos
  • verletzt
  • verloren
  • vermissend
  • melancholisch

Ekel

Ekel und Ablehnung zeigen, dass etwas nicht passt, abstößt oder keine Energie mehr gibt. In diesem Rad gehören auch Lustlosigkeit und Langeweile dazu. Oft markiert das Gefühl eine Grenze oder den Wunsch nach Abstand.

Oft geht es um: Abstand, Grenzen, Sinn, Stimmigkeit

  • ablehnend
  • angewidert
  • verächtlich
  • abwertend
  • abschätzig
  • missbilligend
  • abgestoßen
  • widerwillig
  • unwillig
  • überdrüssig
  • lustlos
  • gelangweilt

Wut

Wut zeigt, dass eine Grenze berührt wurde oder etwas unfair wirkt. Sie bringt Energie zum Handeln. Darunter liegen oft Verletzung, Erschöpfung oder ein unerfülltes Bedürfnis.

Oft geht es um: Respekt, Grenzen, gehört werden, Fairness

  • sauer
  • genervt
  • frustriert
  • zornig
  • aggressiv
  • grimmig
  • empört
  • gekränkt
  • verbittert
  • ungeduldig
  • gereizt
  • irritiert

Das Rad im Team-Check-in

  1. Rad teilenDen Link in den Teams-Chat oder die Meeting-Einladung legen, oder das Bild in die Agenda einfügen.
  2. Ein Wort findenJede Person liest die Mitte ("Wie fühle ich mich gerade?"), wählt ein Grundgefühl und geht nach außen, bis ein Wort passt.
  3. In den Chat schreibenEin bis drei Wörter, ohne Erklärung. Das dauert etwa zehn Sekunden.
  4. Zuhören, ohne zu bewertenWer mehr erzählen möchte, kann das tun. Wer kein passendes Wort findet, schreibt "kein Wort", und das gilt als vollständige Antwort.

Am Anfang eines Meetings und über mehrere Wochen wiederholt, wächst das Vokabular mit der Übung.

Gut zu wissen

Die Wörter sind Vorschläge für den Alltag, keine Diagnose. Das Rad ist angelehnt an das Modell von Robert Plutchik.

Sammelwörter wie "gut", "schlecht" oder "okay" stehen nicht im Rad. Das Rad hilft, das genauere Gefühl darunter zu finden.

Mehr aus dem Programm

Das Gefühlsrad gehört zum Programm Emotional Intelligence in Action, das Teams und Führungskräfte in acht Live-Sessions begleitet.

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