Die Kunst der Gelassenheit in stressigen Zeiten

Entspannung ist eine erlernbare Fähigkeit. Warum das Sofa dich nicht automatisch entspannt, und fünf achtsame Mini-Pausen, die es tun.

Kennst du das Gefühl: es ist schwer, aus dem Rad des ständigen "Tuns" auszubrechen und nicht nur von Kalender und To-do-Liste gesteuert zu werden? Vielleicht sagen Freunde dir schon, du sollst weniger gestresst sein, dir mehr Zeit nehmen, es ruhiger angehen. Sie haben nicht unrecht, aber entweder fehlt die Zeit zum Entspannen, oder das Entspannen selbst funktioniert einfach nicht.

Ich war öfter in genau dieser Situation, als ich zählen kann. Zuhause auf dem Sofa nach der Arbeit, bereit zum Entspannen, und im Kopf trotzdem so viele Gedankenkreise, dass sich "entspannen" gar nicht gut anfühlte. Oft habe ich dann angefangen, E-Mails zu checken, zu scrollen, oder die To-do-Liste vom Sofa aus weiterzumachen, was alles nur schlimmer gemacht hat.

Es lohnt sich zu verstehen: Läuft dein Inneres auf schnell, ist dein sympathisches Nervensystem, das Aktivierungssystem, eingeschaltet und sucht aktiv nach mehr Dingen, die dich noch schneller machen. Oft merken wir das nicht mal.

Stell dir vor, du fährst 200 km/h auf der Autobahn. Nach einer Weile bei dem Tempo fühlt es sich völlig normal an. Hältst du aber an einer Tankstelle, steigst aus und schaust den vorbeifahrenden Autos zu, merkst du erst, wie schnell du wirklich warst.

Was ständige Leistung noch schwerer macht, sind Gedanken wie "ich muss wertvoll sein", "ich muss stark sein", "es gibt keine Zeit zum Entspannen", oder "ich darf nicht einfach aufhören, das wäre egoistisch". Wir geben uns oft keine Erlaubnis, zu entspannen und langsamer zu werden.

Das kann ein paar Monate oder sogar Jahre gutgehen. Aber irgendwann kann dein Körper es nicht mehr tragen. Es kann mit Schlafproblemen anfangen, leichten Schmerzen irgendwo im Körper, dem Gefühl, schnell gereizt zu sein, oder einem allgemeinen Gefühl von Überforderung. Bleibt das unbehandelt, kann Krankheit folgen.

Entspannung ist eine erlernbare Fähigkeit

Um bei der Metapher zu bleiben: stell dir vor, du hältst nie an und rast einfach durch. Irgendwann ist der Tank leer. Ich kann nicht genug betonen, wie wichtig echte Pausen sind, egal ob Wochenenden, Urlaub, oder, aus meiner Erfahrung wirkungsvoller, Mini-Pausen über den Tag verteilt.

Eine achtsame Mini-Pause kann so einfach sein wie die Augen zu schließen und zehn bewusste Atemzüge zu nehmen. Atmest du langsam und bewusst, wird auch dein Kopf langsamer und entspannt sich mit.

Fünf weitere achtsame Mini-Pausen

Selbstfürsorge-Erlaubnis. Gib dir selbst ausdrücklich die Erlaubnis, auch nur eine Minute gar nichts zu tun. Das ist die eigentliche Voraussetzung für Entspannung. Ohne sie kommst du selbst nach Stunden auf dem Sofa nicht runter.

Meditation. Deinen Kopf zu trainieren, sich dort zu fokussieren, wo du es willst, beugt Stress vor und hält dein Gehirn vital. Es ist gut belegt, dass Meditation zu weniger Cortisol, dem Stresshormon, im Körper führt. Sie trainiert außerdem Konzentration und Aufmerksamkeitsspanne, wirklich nützlich in einer Welt voller Ablenkung.

Body-Scan. Leg oder setz dich hin, schließ die Augen und spüre Stück für Stück durch deinen Körper, angefangen bei den Zehen, dann Knöchel, dann Unterschenkel, und so weiter. Versuch, jede Bewertung wegzulassen und einfach offen zu bleiben, wie sich jeder Bereich anfühlt. Es hilft, sich vorzustellen, in jeden Bereich hineinzuatmen. Gib dir mindestens fünfzehn Minuten dafür.

Statt Mittagessen am Schreibtisch: ein Spaziergang. Frische Luft und draußen sein sind kostenlose, schnelle Werkzeuge für echte Entspannung. Handy stumm schalten und die Umgebung beim langsamen Gehen wirklich wahrnehmen.

Nein sagen üben. Das ist vielleicht das Schwerste, aber Grenzen sind wichtig. Sei ehrlich mit dir: manche Meetings bringen dir wenig, oft weil sie schlecht organisiert sind oder keine klare Aufgabenteilung haben. Setz dir ein tägliches Limit, egal ob das bedeutet, ein Meeting freundlich aber bestimmt abzulehnen, früher zu gehen, um dir zehn Minuten Fußweg zum nächsten zu geben, oder E-Mails ab einer bestimmten Uhrzeit stehen zu lassen.

Hab einen schönen Tag,

Sophie Sophie Bachmann

P.S. Achtsame Mini-Pausen wie diese sind Teil der Grundlage, die wir in Modul 1 unseres 8-wöchigen Emotional Intelligence in Action Programms aufbauen. Buch einen Discovery Call, dann zeige ich dir das ganze Programm: cal.com/sophie-bachmann/discovery-call.

Fragen, die dazu oft gestellt werden

Wo fange ich an, wenn ich das mit meinem Team ausprobieren will?
Fang mit einer Minute Selbstfürsorge-Erlaubnis an: gib allen zu Beginn eines Meetings ausdrücklich die Erlaubnis, sechzig Sekunden lang gar nichts zu tun. Klingt klein, ist aber die eigentliche Voraussetzung für die Mini-Pausen, die danach kommen. Ohne diese Erlaubnis kommt niemand wirklich runter, selbst auf dem Sofa nicht.
Wie kann ich mit Sophie zusammenarbeiten?
Achtsame Mini-Pausen und körperbasierte Entspannung sind Teil von Modul 1 meines 8-wöchigen Emotional Intelligence in Action Programms, in dem wir gemeinsam die Grundlage der Achtsamkeitspraxis aufbauen. Buch einen Discovery Call, dann zeige ich dir das ganze Programm.
Reicht es nicht, sich nach der Arbeit auf dem Sofa zu entspannen?
Oft nicht, und das ist keine persönliche Schwäche. Ist dein sympathisches Nervensystem noch vom Tag aktiviert, beruhigt reines Stillsitzen es nicht automatisch, dein Kopf sucht sich trotzdem etwas: E-Mails, Scrollen, die To-do-Liste. Echte Entspannung braucht ein bewusstes Signal an den Körper, dass es gerade wirklich sicher ist, langsamer zu werden, und genau das liefert eine strukturierte Mini-Pause, im Gegensatz zu passivem Sitzen.

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